Projekt

Die neue Überbauung

Ein Plus fürs ganze Quartier

Der Brunaupark wird zum modernen Stadtteil mit viel zusätzlichem Wohnraum und hoher architektonischer Qualität. Markante Backsteinfassaden prägen das Areal und machen es – zusammen mit viel Grünraum – zum wohnlichen und zugleich urbanen Lebensraum.

Ein Platz mit schwebendem Dach an der Giesshübelstrasse bildet den Eingang zum neuen Ladenzentrum und den Aussenraum des Restaurants (Punkt 1 auf dem obigen Plan). Das Ladenzentrum (2) bietet den Anwohnenden und der Quartierbevölkerung in Gehdistanz, was es für Alltag, Freizeit, Wohnen und Garten braucht. Autoparkplätze werden weiterhin im unterirdischen Parkhaus angeboten. Für Velos entstehen 1’400 Abstellplätze.

Quer zu den Häusern verbindet ein neuer mit Bäumen gesäumter Weg (4) die westlich gelegenen Häuser mit der Giesshübelstrasse. An diesem Weg liegt der zentrale Quartierplatz (3). Hier entsteht ein Treffpunkt mit verschiedenen öffentlichen Nutzungen. Denkbar sind ein Quartiercafé, Gemeinschaftsräume, eine Quartierwerkstatt usw. Die Grünräume werden hügelförmig angelegt, mit einheimischen Bäumen und Grosssträuchern bepflanzt und binden kleine Plätze wie Spielorte ein.

Auch auf dem weiten Dach der Migros entstehen Grünflächen mit Hügeln, Gehölzen und kleinen Plätzen – Raum, der den Bewohnenden offensteht.

Die nahe gelegene Allmend ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bevölkerung Zürichs. Bis zu 35 Meter breite Grün- und Gartenräume schaffen für das Quartier neue Verbindungen zur geschützten Landschaft und machen sie bis ins Quartier hinein erlebbar.

Viel zusätzlicher Wohnraum

In den nächsten Jahren entstehen rund 260 zusätzliche Wohnungen – insgesamt werden es knapp 500 helle, moderne Wohnungen sein. Die neuen Wohnungen sind alle zweiseitig nach Osten und nach Westen ausgerichtet und bieten Blick auf die Zwischengasse und auf den Gartenraum. Dadurch profitieren sie von Morgen- wie auch von Abendsonne. Alle verfügen über einen funktionalen Grundriss und sind hindernisfrei gebaut.

Umweltschutz wird grossgeschrieben

Gebaut wird nach neusten ökologischen Standards. Das zeigt sich in der Wahl der Materialien, dem Schallschutz, der Gebäudedämmung wie auch in den energieeffizienten technischen Installationen und der Nutzung erneuerbarer Energie. Beim Bau kommen zum Beispiel Recyclingstoffe zum Einsatz, der Verbrauch von «grauer Energie» wird aufs Minimum reduziert. Die Wärmeerzeugung wird mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien (Erdwärme, Photovoltaikanlagen) konzipiert.

Auf den Anspruch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist auch das geplante Mobilitätskonzept mit Carsharing, Ladestationen für Elektrofahrzeuge und über 1’400 Abstellplätzen für Velos. Dank der hervorragenden ÖV-Anbindung mit Tram (5) und Sihltalbahn des Brunauparks braucht es künftig weniger Parkplätze im Verhältnis zu den Wohnungen (6: Ein- und Ausfahrt Tiefgarage).

Das Gebäude an der Wannerstrasse 31–49 bleibt bestehen (7).

Die Bauphasen

Bauphase 1
Ersatz Wannerstrasse 20–28, Giesshübelstrasse 63, 65, 69 mit Ladenzentrum
Start frühestens 2021, Bauzeit rund 3 Jahre. In dieser Phase entstehen die ersten rund 270 Wohnungen und das neue Ladenzentrum.

Bauphase 2
Ersatz Wannerstrasse 1–10, 11–17, 19–23
Start nach Abschluss von Bauphase 1 (frühestens 2024), Bauzeit rund 3 Jahre. Es entstehen weitere knapp 230 Wohnungen.

Das Gebäude an der Wannerstrasse 31–49 bleibt bestehen.

Zahlen und Fakten

Arealfläche:
39’488 m(davon 84% für Wohnen und 16% für Einkaufsmöglichkeiten, Gastro und Gewerbe)

Anzahl Wohnungen:
insgesamt 497 (rund 260 mehr als heute) mit zwischen 1,5 und 5,5 Zimmern

Verkaufsfläche:
9’250 m2 Ladenfläche, 450 m2 Aussenfläche

Anzahl Parkplätze:
725 Autoparkplätze (davon 455 für die Mieterinnen und Mieter und 270 für Einkaufen und Besucher), 1’400 Abstellplätze für Velos (neu)

Gebäudehöhe:
18 bis 29 Meter (heute: 14 bis 27 Meter)

Architektur

Im 2017 durchgeführten Architekturwettbewerb überzeugte das Projekt des Architekturbüros Adrian Streich Architekten AG die Jury.

Einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des neuen Brunauparks leistet auch die Landschaftsarchitektur. Für sie verantwortlich zeichnen Schmid Landschaftsarchitekten GmbH.

Auszüge aus der Würdigung der Jury

Zwischen Stadt und Landschaft gelegen kommt dem Brunaupark eine wichtige städtebauliche Bedeutung zu. Er wirkt als Scharnier zwischen dem städtischen Binzquartier und dem Naherholungsgebiet Allmend.

Das Siegerprojekt der Adrian Streich Architekten AG schafft eine gelungene und attraktive Verbindung vom Quartier zur Allmend und ermöglicht mit den publikumsorientierten und öffentlichen Nutzungen einen Mehrwert für das Quartier.

Die parallelen Wohnbauten, die schmalen Gassen und die grosszügig begrünten Höfe wurden von der Jury als an den Ort angemessene, tragfähige und klug gewählte Grundlage für die Schaffung eines neuen städtischen Quartiers beurteilt. Sie erinnern an die städtebaulich prägenden ehemaligen Fabrik- und Lagerhallen in Wiedikon – zum Beispiel an das noch bestehende Lagergebäude von Robert Maillart an der Giesshübelstrasse.

Gleichzeitig nimmt der Brunaupark genügend Abstand zur Siedlung «Im Laubegg» des kommunalen Inventars der Denkmalpflege und erfüllt damit aus Jurysicht die Anforderungen der besonderen Rücksichtnahme zum Inventarobjekt.

Geschichte

  • Lehmgrube Giesshübel 1910

Von der Backsteinherstellung bis zum
urbanen Stadtteil

Bis in die 1970er-Jahre bauen die Zürcher Ziegeleien in der Binz Lehm ab und stellen in den Backsteinfabriken in Wiedikon Ziegelsteine und andere Tonwaren her. Bis heute erinnert der markante topografische Einschnitt der ehemaligen Lehmgrube an die einstige Ziegelindustrie.

Die Geschichte des Orts spiegelt sich in den Brunaupark-Fassaden wieder: Als Erinnerung an die ehemalige Lehmgrube und die Fabrikation von Ziegeln und anderen Tonwaren werden sie mit Ziegelmauerwerk gebaut.

In den 1980er-Jahren wird ein grosser Teil der Grube mit Bauschutt aufgefüllt. Die Umnutzung des Industriegeländes zu einem Wohn- und Dienstleistungsgebiet schreitet voran. Im Quartier fallen die heute in der Stadt selten gewordenen industriell-gewerblichen Betriebe auf. Im Kontrast dazu sind auch etliche Hightechfirmen anzutreffen.

Die Allmend wurde jahrhundertelang als Waffenplatz genutzt. 1987 enden die militärischen Aktivitäten. Die Allmend steht von nun an der Bevölkerung zur freien Nutzung zur Verfügung.

In jüngster Zeit entstehen im Gebiet um den Brunaupark immer mehr Subkulturen und Zwischennutzungen. Etliche Kulturschaffende und Nischenanbieter aus Zürich-West finden hier einen neuen Standort.

Der einstige Industriestandort Zürichs ist im Begriff, ein lebendiger moderner und urbaner Stadtteil zu werden.